Das Studium der Archive und der archäologischen Objekte aus den antiken Ausgrabungen hat 2017 zu einer Ausstellung im Museum von Potenza geführt: Riscoprendo Monte Torretta di Pietragalla. I tesori nascosti del Museo Archeologico Provinciale di Potenza. Ziel dieser Ausstellung ist es, den archäologischen Reichtum der Stätte zu zeigen und das wissenschaftliche, kulturelle und touristische Interesse hervorzuheben, das eine neue archäologische Feldvermessung, die mit modernen Methoden durchgeführt wird, darstellen könnte. Eine Android-Anwendung begleitet den Besuch der Ausstellung, die in der Folge Teil des ständigen Museumsprogramms geworden ist.

Parallel zur Eröffnung der Ausstellung werden im August 2017 die ersten archäologischen Arbeiten des Pietragalla Project an der Stätte des Monte Torretta von den Universitäten Paris (Panthéon-Sorbonne) und Berlin (Humboldt) unter der Leitung von Vincenzo Capozzoli, Alain Duplouy und Agnes Henning und in Zusammenarbeit mit der Oberintendantur der Basilikata durchgeführt.

Das Hauptziel dieser ersten Mission bestand darin, neue Erhebungen der sichtbaren Strukturen, wie sie von unseren Vorgängern identifiziert wurden, durchzuführen und gleichzeitig alle Daten in ein Geographisches Informationssystem (GIS) und eine relationale Datenbank zu übertragen. Angesichts des Umfangs der Aufgabe konzentrierten sich die topographischen Aufnahmen auf die Spitze des Geländes (“Akropolis”). Bei dieser Gelegenheit wurden die beiden Hauptmerkmale des Befestigungssystems konventionell benannt: Porta Livia entspricht dem Durchgang in der Südmauer der Akropolis, während Porta Maria sich auf das Haupttor der äußeren Umfriedung bezieht.

Diese Rückkehr ins Feld hat es vor allem ermöglicht, verschiedene Anomalien in den alten Erhebungen hervorzuheben, die nicht ohne Folgen für die Gesamtinterpretation des Ortes sind, insbesondere auf der Ebene der Zugänge zur Akropolis (Porta Livia). Der Feldzug von 2017 offenbarte am Nordhang der Akropolis auch das Vorhandensein verschiedener paralleler Terrassenmauern, von denen keine besonders ausgeprägt ist, was die Idee einer einzigen Befestigungsmauer um die Akropolis, wie bis dahin zugegeben worden war, in Frage stellt. Am Ende dieses Feldzuges stellte sich daher die Frage der befestigten Einfriedung auf eine völlig neue Art und Weise.